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„Eine gute Erziehung ist die Zukunft der Gesellschaft und der Kirche.“ Don Bosco |
Heimleiter Holl
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Gedanken zur pädagogischen Haltung im Don Bosco Schülerheim Klagenfurt
Das Schülerwohnheim in Klagenfurt beherbergt Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren. Eine sehr entscheidende Lebensphase im Entwicklungsprozess des Menschen, denn im Jugendalter sind entwicklungstypische Lebensaufgaben zu lösen, zu denen unter anderem auch die Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben ohne permanenten Rückhalt durch die eigene Familie und der Aufbau eines eigenen sozialen Bezugsnetzes gehören.
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P. Erich Modosch SDB
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Die meisten der Jugendlichen sind das erste Mal von zu Hause und ihrem bisherigen Umfeld weg und müssen beginnen langsam ein immer stärker eigenverantwortliches Leben zu führen. Es ist daher so etwas wie „Ablösung“ und „Neubeginn“ gefordert. Die Begleitung dieses „Verselbstständigungsprozess“ ist die zentrale Aufgabe des pädagogische Teams, das sich der Pädagogik Don Boscos verpflichtet weiß. |
Das so genannte Präventivsystem Don Boscos beschreibt jene pädagogische Haltung, jene pädagogische Atmosphäre, die diesen Prozess optimal begleiten kann. Es geht darum den jungen Menschen in seinem Individuationsprozess adäquat zu unterstützen, damit er erkennt, wer er „wirklich“ ist – religiös gesprochen: Damit der junge Mensch seine einzigartige Berufung im Leben erkennt. Dieser Prozess beinhaltet die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten.
Don Bosco hat eine originäre Form für seine Tätigkeit unter der Jugend entwickelt, die eben mehr ist als eine erzieherische Methode, mehr als eine psychologische Technik und mehr als eine pädagogische Technik.Um den geforderten Individuationsprozess zu begleiten sind folgende salesianischen Grundhaltungen für die pädagogische Praxis maßgebend:
Wertschätzung: Für Don Bosco war klar, dass der Wert des jungen Menschen weder von seiner Herkunft, seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten, von dessen psychischen, physischen und geistigen Qualitäten abhängt, sondern dass er als Person Wert besitzt, so dass ihm unter allen Umständen Achtung höchster Art entgegenzubringen ist.
Vertrauen: Don Bosco versuchte unentwegt, die Jugendlichen zu verstehen, ihnen Vertrauen zu schenken und ihr Vertrauen zu gewinnen. Indem er ihre subjektive Welt weitestgehend akzeptierte, übernahmen sie seine Ratschläge, Anforderungen und auch Anordnungen. Dieses gegenseitige Vertrauen gab den jungen Menschen Sicherheit, bei ihm Verständnis zu finden und nicht alleingelassen oder verlassen zu werden. So wuchs jenes Gefühl von „Geborgenheit“, das für eine gute Familie typisch wird.

Freundlichkeit: Freundlichkeit beschreibt den Stil des Umgangs miteinander. Dieser betrifft sowohl die verbale wie auch die nonverbale Kommunikation. Es ist eine zuvorkommende Höflichkeit, motiviert von Wertschätzung und Vertrauen.
Ermutigung: Das Merkmal „Ermutigung“ zeigt sich in erzieherischen Akten, bei denen der Anreiz zu einer Veränderung des Verhaltens in Richtung auf ein zu erreichendes Ziel von einem Ausdruck der Hoffnung begleitet wird, der Hoffnung, dass dieses Ziel vom Jugendlichen auch erreicht werden kann. Lob und Anerkennung sind daher die wichtigsten „Erziehungsmittel“, denn sie geben den Jugendlichen das Gefühl, dass sie geschätzt sind und etwas können. Solch positive Zuwendung schafft zudem – im Unterschied zu Kritik, Tadel und Strafe – eine gute Ausgangssituation für Gespräche und Beziehungen, die der individuellen Entwicklung junger Menschen dienlich sind.
Die Pädagogik Don Boscos erfordert daher einen Umgangsstil mit den Jugendlichen, der grundsätzlich partnerschaftlich und partizipativ ist, damit sie ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten kreativ und aktiv entfalten können. Don Bosco verwendete für diese Art des ‚Da-Seins’ und ‚Dabei-Seins’ unter der Jugend den Ausdruck „Assistenz“.Der Erwachsene ist in erster Linie Partner, Freund und Begleiter im Erziehungsgeschehen. Der Begriff Assistenz verweist zudem darauf, dass Erziehung nur über Dialog und Ehrfurcht vor der Person und Eigenart des Jugendlichen möglich ist. Assistenz fordert also einen partnerschaftlichen, achtungs- und liebevollen Umgang mit Jugendlichen, der sie motiviert ihre eigenen Potentiale zu aktivieren und verzichtet auf machtvolle, manipulierende, autoritäre Formen der Begegnung. Erzieher und Jugendliche sind einander geschenkt, sie müssen miteinander durch ihren je eigenen Beitrag die Zukunft gestalten – Hauptperson dieses pädagogischen Prozesses ist aber immer der Jugendliche selbst!
P. Dr. Bernhard Vondrasek SDB
SK-CMS by Webdesign SchwarzerKater.at - Artikel ID: 54 (Letzte Änderung: 23.12.2011 07:33:57)